Wasserhärte und seine Bedeutung für den Kaffee

Wasserhärte und seine Bedeutung für den Kaffee

Kaffeegenuss und Wasserqualität stehen in einem engen Verhältnis zueinander. Schließlich gehen Wasser und Kaffeepulver im wahrsten Sinne des Wortes eine heiße Verbindung ein. Und seltsamerweise schmeckt der Kaffee im Bistro oder im Büro oft ganz anders als zu Hause. Doch woran liegt das?

Symbolbild zum Thema WasserhärteVerantwortlich für guten Geschmack, volles Aroma und eine himmlische Crema ist neben einer guten Kaffeesorte vor allem eine optimale, gleichbleibend gute Wasserqualität. Dabei spielt auch die Wasserhärte eine entscheidende Rolle.

Qualität und Härte des Wassers werden durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Die geologische Lage, der Wasserversorger, die Wasseraufbereitung und das Leitungsnetz – all diese Faktoren tragen zur Qualität des Wassers bei.

Welcher Zusammenhang insbesondere zwischen Wasserhärte und gutem Kaffee-Aroma besteht, versuche ich nachfolgend schlüssig zu erläutert.

 

Wasserhärte und Wasserqualität – das A und O für guten Kaffee

Der Gehalt von Kalzium- beziehungsweise Magnesium-Ionen im Wasser bestimmt die Gesamthärte des Wassers. Je härter das Wasser, desto höher ist ihre Zahl.

Mittelhartes Wasser von acht Grad deutscher Härte ist für Heißgetränke (also für den klassischen Kaffee und alle anderen Kaffeespezialitäten sowie Tee) ein idealer Wert. Schmeckt der Kaffee eher bitter, ist weicheres Wasser dafür verantwortlich.


Bei der Verwendung von hartem Wasser oder Wasser mit hohem Chlorgehalt kann der Kaffee sein typisches Aroma, seinen Charakter nicht entfalten. Der Kaffee schmeckt flach.

Um die Wasserqualität zu verbessern, sollte vor der Zubereitung des Kaffees ein Wasserfilter verwendet werden.

 

 

Eine Tasse Kaffee oder Tee besteht bis zu 96 Prozent aus Wasser. Es ist also wesentlicher Bestandteil des Kaffees und somit hauptverantwortlich für guten oder weniger guten Geschmack.

In unseren Breitengraden werden im Jahresdurchschnitt pro Kopf bis zu 150 Liter Kaffee getrunken. Und es wär doch blöd, wenn der nicht schmeckt – nicht wahr?

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Selbstverständlich spielt bei einem guten Kaffee nicht nur das Wasser, sondern auch die Kaffeesorte, der Röstgrad sowie die Zubereitungsart
(Vollautomat, Espressomaschine, Filterkaffee) eine wichtige Rolle.

 

Doch wie entsteht Wasserhärte überhaupt?

Regenwasser sammelt sich im Boden als Grundwasser. Welche Stoffe dort zu finden sind, hängt von der Bodenbeschaffenheit der Region ab und davon, welche Stoffe in welchem Umfang aus dem Boden herausgelöst werden und ins Wasser gelangen.

Je höher die Aufnahme von Kalzium und Magnesium, desto härter ist das Wasser.

 

Was ist Wasserhärte und wie wird sie ermittelt?

Achtung: Bei der Recherche für diesen Abschnitt habe ich Blut, Schweiss und Tränen vergossen. Dabei hat sich meine voraussichtliche Lebenserwartung vermutlich um mehrere Monate verkürzt. Falls Sie nach den ersten paar Sätzen das unbedingte Verlangen zum Runterscrollen verspüren sollten, haben Sie mein vollstes Verständnis.


Die Bestimmung von Kalzium und Magnesium, den sogenannten Härtebildnern, und die Bestimmung der Karbonathärte gehören zu den am häufigsten durchgeführten Qualitätsbestimmungen des Wassers.

Unter „Wasserhärte“ ist die Menge an Ionen im Wasser gelöster Mineralen, insbesondere lebenswichtiger Magnesium- und Kalziumionen, zu verstehen.

Die Gesamthärte (= Wasserhärte) wird in Härtebereichen, in Härtegraden (deutsche Härte = °dH) oder international in Millimol (mmol/l) angegeben. Karbonathärte und Nichtkarbonathärte bestimmen die Gesamthärte des Wassers.

Die Karbonathärte wird ebenfalls in °dH gemessen und beinhaltet alle im Wasser befindlichen Kalzium- und Magnesium-Ionen, die durch die Kohlensäure gebunden werden.

Karbonathärte ist also das Salz der im Wasser gelösten Kohlensäure (Karbonat CO3- oder Hydrogenkarbonat HCO3-).

In Verbindung mit Hydrogenkarbonat kann sich aus Kalzium oder Magnesium schwerlösliches Kalzium- oder Magnesiumkarbonat bilden. Ist das Wasser sehr hart, lagert es sich als Kalk auf Wasserhähnen oder Küchengeschirr ab.

Ob sich tatsächlich Kalk bildet, ist vom temperaturabhängigen, komplizierten Gleichgewicht von Kalk, Kohlsäure und Kohlenstoffdioxid abhängig. Vor allem beim Wasserkochen können Kalkablagerungen entstehen.

Mit steigender Karbonathärte steigt im Übrigen auch der pH-Wert.

Niedrige Karbonathärte = pH-Wert < 7 (= saures Wasser)

Hohe Karbonathärte = pH-Wert > 7 (= alkalisches Wasser)


Je weicher das Wasser, desto weniger Kalkablagerungen sind auf Haushaltsgeräten zu finden. Der Verbrauch von Spülmittel und Waschpulver reduziert sich. In Regionen mit Schiefer, Basalt, Gneis und Granit ist hauptsächlich weiches Wasser zu finden.

Hartes Wasser verursacht die Verkalkung von Geräten und erhöht Spül- und Waschmittelverbrauch. Kalkablagerungen haben aber auch etwas Gutes, denn sie schützen das Metall der Wasserleitungen vor Korrosion. Hartes Wasser gibt es bevorzugt in Regionen mit Kalk- und Sandsteinboden.

Nichtkarbonathärte (auch als „permanente“ oder bleibende Wasserhärte bezeichnet) ist der Anteil der Gesamtwasserhärte, der nicht durch Kochen des Wassers entfernt werden kann, also im Wasser enthalten bleibt. Es handelt sich dabei um Verbindungen von Kalzium- und Magnesiumsalzen mit Schwefelsäure oder Salpeter.

Die Trinkwasserverordnung, in der etwa 30 Richt- und Grenzwerte festgelegt wurden, schreibt einen pH-Wert zwischen 6,5 und 9,5 vor. Idealerweise liegt der pH-Wert des Trinkwassers bei etwa 7, also dem sogenannten Neutralpunkt der Messskala, die von 0 bis 14 reicht. Geringe Abweichungen sind gesundheitlich unbedenklich. Der ideale pH-Wert für Kaffee liegt zwischen 7,0 und 7,2.


Deutschland und Österreich

In Deutschland und Österreich wird die Wasserhärte in „Grad deutscher Härte“, also in °dH gemessen. Zum 5. Mai 2007 trat für Deutschland die Anpassung der Härtebereiche an europäische Standards in Kraft. Außerdem wurde die Angabe Millimol Gesamthärte je Liter durch „Millimol Calciumcarbonat je Liter“ ersetzt. Es gibt kaum Unterschiede zur alten Version.

Seit dem gibt es nur noch drei statt vier Härtebereiche: weich, mittel und hart:

  • Weich: < 8,4 °dH
  • Mittel: 8,4 – 14 °dH
  • Hart: > 14 °dH

Magnesium und Kalzium sind gut

Für den Menschen ist die Aufnahme von Magnesium und Kalzium über das Leitungswasser durchaus förderlich. Allerdings können diese Verbindungen Installationen und Geräte beeinträchtigen und sogar zerstören.

Wer es genau wissen möchte, kann die Wasserhärte über das lokale Wasserversorgungsunternehmen in Erfahrung bringen oder eine Wasseranalyse vornehmen lassen.

Lokale Wasserhärte ermitteln:

 

Die Wasserhärte kann aber nicht nur regional oder innerhalb einer Region, sondern auch beim Wasserversorger unterschiedlich sein, falls dieser sein Wasser von verschiedenen Wasserquellen bezieht. Deshalb können regionale oder globale Wasserhärtekarten oder entsprechende Tabellen problematisch sein.

Schweiz

In der Schweiz gibt es sechs Härtegradbereiche, die in französischen Härtegraden (°fH) angegeben werden.

  • Sehr weich: 0 – 7 °fH
  • Weich: 7 bis 15 °fH
  • Mittelhart: 15 bis 25 °fH
  • Ziemlich hart: 25 – 30 °fH
  • Hart: 30 – 38 °fH
  • Sehr hart: > 38 °fH

 

Kalkhaltiges Wasser beeinträchtigt den Geschmack des Kaffees

Guter Kaffee setzt voraus, dass das Trinkwasser bestimmte Anforderungen erfüllen muss, damit er ein angenehmes Aroma entfalten kann. Trinkwasser muss in erster Linie frisch, reich an Mineralien und sauerstoffhaltig sein. Der Härtegrad darf nicht zu hoch sein.

Vor allem Kalk verhindert die Entfaltung feiner Fruchtsäuren im Tee und Kaffee.

Unser Trinkwasser (Leitungswasser) erfüllt die vielen Anforderungen für höchsten Kaffeegenuss allemal. Durch den Einsatz von sogenannten Tischfiltern wird Kalk im Wasser reduziert, das Wasser weicher und der Geschmack spürbar verbessert.

In Ausnahmefällen kann auch Mineralwasser für die Kaffeezubereitung die bessere Wahl sein. Allerdings rate ich Ihnen hierbei, auf Kohlensäure zu verzichten.

Entstehung und Reduktion von Kalk im Trinkwasser

Beim Erhitzen von Wasser wird aus dem darin enthaltenen Kalzium Kalziumcarbonat gebildet. Das Phänomen der Kalkbildung und –ablagerung lässt sich insbesondere bei Bügeleisen und Wasserkochern beobachten.

Kalk im Kaffeewasser beeinträchtigt den Geschmack. Daher sollte die Karbonathärte des Wassers einen möglichst geringen Wert haben. Der Geschmack von Kaffee, Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato wird durch zusätzliche Filtration verbessert.

Gefiltertes Wasser verringert jedoch nicht nur den Karbonat-, sondern auch den Blei-, Kupfer- und Chlorgehalt.

Chlor wird dem Wasser in zahlreichen Regionen zur Desinfektion beigemischt – hat aber im Kaffee eigentlich nichts zu suchen. Zudem wird neben dem verbesserten Geschmack von Kaffee und Tee auch ein besseres Ergebnis beim Kochen erzielt.

 

Filter und andere Tricks zu Verbesserung der Wasserqualität

In der Regel wird am häufigsten zu Hause  Kaffee getrunken. Eine kleine Investition für die Optimierung der Wasserqualität lohnt sich also.

Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Fest installierte Wasserfilter oder Weichwasseranlagen in der Zuleitung
  • Filterkartuschen (im Wassertank der Kaffeemaschine eingesetzt)
  • Tischwasserfilter, wie beispielsweise die von Brita
Ich persönlich nutze die Variante mit dem Wasserfilter. Somit verhindere ich, dass der Kalk überhaupt in den Wassertank gelangt.

 

Fazit

Die Ausführungen haben verdeutlicht, dass durchaus ein Zusammenhang zwischen Wasserhärte, Wasserqualität und Kaffeegeschmack besteht. Mit diesen Informationen sollte es möglich sein, insofern noch nicht geschehen, die Qualität des Kaffees (sei es aus Kapselmaschinen, Espressogeräten oder einer Kaffeemaschine mit Mahlwerk) und damit seinen Geschmack, sein Aroma und nicht zuletzt die Crema unter Verwendung von Wasser im Sinne von mehr Genuss entscheidend zu verbessern.

So, das wärs. Ich bin am Ende und brauche jetzt einen Kaffee. Haben Sie sich schon mal mit Ihrer Wasserhärte auseinandergesetz? Und falls ja, was tun Sie gegen den Kalk? Hinterlassen Sie einen Kommentar!

Brühen Sie gut!

Signatur_Gian

 

 

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