Instantkaffee: Damit die Koffeinzufuhr auch ohne Kaffeemaschine gewährleistet ist

Instantkaffee: Damit die Koffeinzufuhr auch ohne Kaffeemaschine gewährleistet ist

Instantkaffee kennt man seit 1938. Instant im Zusammenhang mit Kaffee bedeutet, dass man einen (oder je nach Vorliebe auch mehrere) Löffel des löslichen Pulvers in eine Tasse gibt und heisses Wasser darüber schüttet, umrührt und trinkt.

Instant Kaffee Pulver in einer Tasse. Ich persönlich habe meine ersten Kaffee-Erfahrungen mit Instantkaffee auf Campingplätzen Mittel- und Südeuropas gemacht. Pulver rein, Wasser rein, umrühren, fertig.

Ich mochte diese einfache Methode und wenn ich mich heutzutage ab und zu wieder auf einen Campingplatz verirre, ist mein Glas Instantkaffeepulver immer mit dabei.

Geschmacklich lässt Instantkaffee jedoch einige Wünsche offen. Ich sag es mal so: Zu meinen Anfangszeiten als Kaffeetrinker habe ich immer viel Zucker und Milch genommen. Als ich dann irgendwann auf einen Vollautomaten umgestiegen bin, habe ich erstaunlicherweise viel weniger Zucker und Milch gebraucht.

Na ja, so erstaunlich war es nicht, musste ich doch den Instantgeschmack nicht mit Zucker und Milch übertünchen.

Verbreitung

Während im deutschsprachigen Raum, jedenfalls ausserhalb von Campingplätzen, grosszügig auf Instantkaffee verzichtet wird, trinken scheinbar Briten, Russen oder Griechen noch immer viel davon. Von beachtlichen Marktanteilen wird da gesprochen.

 

Aber wie war das jetzt genau mit den Anfängen von Instant und Kaffee?

Wer hats erfunden? Nein, nicht die Schweizer – die Brasilianer!

Scheinbar gab es im Land des Fussballgottes um 1930 rum eine Rekordernte. Schön und gut, wäre da nicht gleichzeitig so ein Ding namens Weltwirtschaftskrise. Weil in einer Krise flüssige Mittel meist knapp werden, sank dementsprechend auch die Nachfrage.

Damit die Preise gehalten werden konnten, wurden riesige Mengen der Rekordernte vernichtet. Dummerweise reichte das nicht und die Preise sanken trotz der Verknappung des Angebotes. Lange Rede kurzer Sinn: Der Mensch ist nicht nur ein egoistisches, sondern auch ein schlaues Tierchen. Eine seiner wichtigsten Eigenschaften ist zweifellos die Lernfähigkeit. Und so kam es, dass die Brasilianer entschlossen waren, künftig etwas aus ihren Ernteüberschüssen zu machen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit Kaffeebohnen haltbarer zu machen wandte sich die brasilianische Regierung an eine Firma namens Nestlé.

Den Brasilianern schwebte vor, Kaffee irgendwie in Würfelform haltbar machen zu können. Nestlé verfügte zu dieser Zeit über Erfahrungen mit der Herstellung von Trockenmilch und erschien den Brasilianern deshalb wohl qualifiziert genug. Ein paar Jahre später war aus den Würfeln nichts geworden – dafür gab es aber ein Pulver. Man hatte eine Technik gefunden, die Aromastoffe zu konservieren.

Für alle, die es genauer wissen wollen:

Sprühtrocknung

Die Bohnen werden gemahlen und mit heissem Wasser aufgegossen. Damit löst man die Aromen heraus, diese verbinden sich mittels Wasserdampf mit den in Kaffeebohnen vorkommenden Kohlenhydraten. Das Ganze wird dann als Konzentrat eingelagert. In einem weiteren Schritt löste man den Kaffee-Extrakt vom Satz und sprüht ihn mit warmer Luft in eine Art Trockenkammer. Es bilden sich Tröpfchen, welche sofort getrocknet werden und als Partikel auf dem Boden landen. Jetzt noch eine Runde Wasserdampfbesprühung und fertig ist das Instantpulver.

Gefriertrocknung

Eine scheinbar modernere Methode und wohl auch die heutzutage am häufigsten eingesetzte ist die Gefriertrocknung. Der Kaffeeauszug wird bei Temperaturen von -40 bis -50 Grad Celsius gefroren und gemahlen. Die kleinen Eisstückchen kommen dann in eine Gefriertrocknungsanlage, wo unter Vakuum und Erwärmung das Wasser verdampft und der Kaffee-Extrakt als Pulver zurückbleibt. Anschliessend wird das konservierte Aroma wie bei der älteren Sprühtrocknungstechnik wieder zugeführt.

Natürlich bin ich selber nicht schlau genug für derartige Informationen, weshalb ich mich bei meiner Quelle bedanke: Das Kaffeebuch für Anfänger, Profis und Freaks.

 

Von der Notlösung zum Erfolg

Wenn Kriege auch für viel Leid und Unrecht verantwortlich sind, haben sie doch oftmals auch einen Einfluss auf unser Konsumverhalten. Im Zweiten Weltkrieg erlebte Instantkaffee einen enormen Aufschwung. Die Möglichkeiten jederzeit rasch Kaffee zubereiten zu können, war für die Soldaten von unschätzbarem Wert.

In den 1950ern setzte sich der Siegeszug des Kaffeegetränks fort. Bis heute ist der Name Nescafé Synonym für Instantkaffee.

 

Heutige Trends

Die Tendenzen gehen hierbei in Richtung Fairtrade zertifizierter Produkte. Auch wenn es mit Instantkaffee meist schnell und unkompliziert gehen muss. Für Fairtrade scheint es uns dann doch noch zu reichen. Gut so!

 

Meine persönliche Meinung zu Instantkaffee:

Falls aus irgendwelchen Gründen keine Kaffeemaschine in der Nähe ist und/oder für Notfälle zwecks Wachmachung durchaus in Ordnung. Die Betonung liegt auf “für Notfälle”.

Wer es trotzdem nicht lassen kann, sich auf Instantkaffee zu stürzen, hier gibts ein paar Angebote bei Amazon.

Brühen sie gut!

Signatur_Gian

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